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Rollenwechsel

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Er arbeitet gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen.
Das dreijährige Modellprojekt Rollen-Wechsel startete im April 2011. Im Fokus steht dabei die geschlechterreflektierende Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen. Es wird durch das BMFSJ im Rahmen des Programms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“, durch das Land Sachsen-Anhalt sowie weiteren Drittmittelgebern gefördert.

Unser Ansatz ist i.d.R. koedukativ und auf Basis der Freiwilligkeit. Ziel ist es, über einen längeren Zeitraum mit festen Gruppen zu arbeiten. Das setzt eine langfristige und enge Zusammenarbeit mit einzelnen Einrichtungen voraus. Neben der inhaltlichen und thematischen Auseinandersetzung in der Arbeit sind uns menschenrechtliche und demokratische Standards wichtig. Wir bearbeiten unterschiedliche Themen, die sich an der Lebenswelt und den Interessen der Jugendlichen orientieren und auch von ihnen selbst eingebracht werden können. Hierbei nutzen wir in der Praxis vielfältige theater- und kulturpädagogische Methoden wie Theater, Bilder, Fotografie, Film, Schreiben etc. Diese werden mit Elementen der Körperarbeit und Methoden aus der politischen Demokratie- und Menschenrechtsbildung (historischen Lernen, Biografiearbeit u.a.) verknüpft und thematisch z.B. durch das Aufgreifen jugendkultureller Erlebniswelten ergänzt. Bewährte Ansätze werden anschließend an PraktikerInnen weitergegeben und diese bei der Umsetzung und Implementierung fachlich begleitet.
Hinter der Projektarbeit stehen Fragen wie: Welche Rolle spielen Gender-Aspekte bei der Ausprägung des Rechtsextremismus und der Entwicklung von rechtsextremen Einstellungen? Wie kann Präventionsarbeit hier tätig werden? Wie lässt sich der Gender-Aspekt in der pädagogischen Arbeit thematisieren? Gibt es bereits Ansätze, die für diese Art der pädagogischen Arbeit geeignet sind und wie lassen sie sich anwenden? Gibt es Schutzfaktoren, die einer Hinwendung zu rechtem Gedankengut entgegen wirken?

Unser Modellprojekt „RollenWechsel“ wird von einem Fachbeirat im Themenfeld Rechtsextremismus und im Themenfeld Gender fachlich begleitend unterstützt. Zur Erprobung und Weiterentwicklung der Konzepte und Ansätze bietet sich uns die Möglichkeit, gemeinsam mit WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen Leerstellen und Fallstricke der pädagogischen Arbeit zu reflektieren und in der weiteren Arbeit zu berücksichtigen.


Das Modellprojekt „RollenWechsel“ wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN"