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Diskursatlas Antifeminismus

Seit März 2018 ist der Diskursatlas Antifeminismus online:

"Der Diskursatlas ist die Fortsetzung des Agent*In-Projekts („Information on Antigender Networks“). Nach einer Umbauphase ist dieses Wiki mit neuem Namen und einer neuen Struktur wieder an den Start gegangen. Im Diskursatlas Antifeminismus sind dabei Veränderungen realisiert worden, die unter Anderem auf Kritikpunkte an der Agent*In zurückgehen.

Die Wiederholung von spezifischen Narrativen ist ein zentrales Element in der Ordnung des Diskurses - in dessen Produktion und Verbreitung von Wissen, sowie in dessen Gestaltung von Handlungsmöglichkeiten. Auf Grundlage einer Vielzahl an Äußerungen arbeiten wir daher eine Reihe an Narrativen heraus, und erörtern deren Bedeutung und Geschichte, die dazugehörigen Äußerungen sowie die Verschränkungen mit anderen Narrativen. Die Narrative finden sich in übergeordneten Diskursthemen, von denen wir acht für relevant halten: "Bevölkerung", "Geschlecht“, "Sexualität“, "Familie“, "Bildung“, "Arbeit", "Gleichstellung", "Gewalt". Sie bilden zentrale Teilbereiche des Antifeminismus. Zusätzlich identifizieren wir diskursive Ereignisse – z.B. historische Begebenheiten – die zentrale Bezugspunkte oder nachhaltige Brüche innerhalb der Themen markieren. Äußerungen, Narrative, Diskursthemen werden von Menschen transportiert, die wir antifeministische "Akteur*innen" nennen, welche sich Erzählungen untereinander teilen, diese verketten und koalieren – und somit wichtigen Träger*innen des Diskurses werden."

 

Zum Hintergrund:

"Feministische und queere Arbeit, ob auf der Straße, in Literatur und Kunst oder im ganz alltäglichen Leben, schafft ein differenziertes Verständnis von Geschlecht und Sexualität. Die Auflösung repressiver Geschlechterrollen, die Öffnung für neue Modelle des Zusammenlebens und die Akzeptanz sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten jenseits der Heteronormativität sind nur einige Hoffnungen einer feministischen Politik. In ihr drücken sich die Wünsche aus, die eigene geschlechtliche und sexuelle Identität frei von Unterdrückung ausleben zu können, deren Grenzen und Definitionen wissenschaftlich zu untersuchen, und sie gegebenenfalls politisch zu verschieben.

Der Antifeminismus wendet sich gegen dieses Projekt - und er hat Konjunktur: Agitation gegen „Gender-Gaga“, die „Frühsexualisierung“ oder den „Gleichheitswahn“ des Feminismus bildet ein verbindendes Element, einen Kitt, zwischen (national)konservativen, rechtspopulistischen, sowie rechtsextremen Einstellungen und Politiken, die bis in die Mitte der Gesellschaft wirken. Das "Feindbild Feminismus" ist kollektiver Bezugspunkt für reaktionäre Bewegungen. Bei näherem Blick auf den Antifeminismus eröffnet sich jedoch ein ganzes Feld an Aussagen, Themen und wiederkehrenden Motiven. Sexualisierung der Kinder, die Gefährdung der Nation, die Abschaffung der Familie oder "verweiblichung" der Männer: In verschiedenen Diskursthemen sammelt und verknüpft der Antifeminismus eine Bandbreite an Äußerungen und Ideen, welche eigene Wahrheiten schafft und kollektives Handeln prägt."

 

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